Resistente Stärke zum Abnehmen?


Weniger Aufnahme von Fett
Resistente Stärke zum Abnehmen?
mauritius images/Pitopia/Reinhard Sester

Kohlenhydrate machen dick – oder doch nicht? Eine kleine Studie liefert Hinweise darauf, dass eine bestimmte Form von Kohlenhydraten sogar beim Abnehmen helfen könnte: resistente Stärke.

Stärke als Energiespeicher

Stärke ist ein Kohlenhydrat, das in einigen pflanzlichen Lebensmitteln in großer Menge vorhanden ist, etwa in Kartoffeln, Getreide oder Reis. Pflanzen nutzen die Stärke nämlich als kompakte Form, um Energie für einen späteren Zeitpunkt zu speichern. Auch für die menschliche Ernährung ist Stärke ein wichtiger Energielieferant. Bei übermäßigem Konsum gilt die Stärke aber auch als Dickmacher – etwa wenn große Mengen an Nudeln oder weißem Brot auf den Tisch kommen.

Gutes Futter fürs Mikrobiom

Das ändert sich aber, wenn man etwas Geduld hat. Lässt man zum Beispiel Kartoffeln einen Tag stehen, wandelt sich die darin enthaltene Stärke in resistente Stärke um. Diese resistente Stärke kann vom menschlichen Magen-Darm-Trakt nicht mehr verdaut werden. Sie wird somit zu einem Ballaststoff – also einem Nahrungsbestandteil, der durch den Magen und Darm wandert, ohne vom Körper aufgenommen zu werden. Eine wichtige Nahrungsquelle ist die resistente Stärke in dieser Form für die Mikroorganismen im Darm.

Fast drei Kilo leichter

Chinesische und deutsche Forschende haben nun in einer kleinen Studie untersucht, wie sich resistente Stärke auf das Körpergewicht auswirkt. Denn es liegt nahe, dass ein Nahrungsbestandteil nur dann dick macht, wenn er auch im Körper ankommt. Doch die Wirkung der resistenten Stärke scheint noch einen weiteren Grund zu haben. Probanden, die zusätzlich zu ihrer Nahrung 40 Gramm reine resistente Stärke erhielten, schienen unter anderem weniger Fett aus der Nahrung aufzunehmen. Der Grund dafür ist wahrscheinlich der positive Effekt der resistenten Stärke auf das Darmmikrobiom. Vor allem das Bifidobacterium adolescentis fühlt sich durch die resistente Stärke wohl  – und dieses schützt zumindest bei Mäusen vor Adipositas. Das Ergebnis der Studie war deutlich messbar: In acht Wochen verloren die Probanden 2,8 Kilogramm Gewicht.

Kalte Kartoffeln als Kilo-Killer

Um den positiven Effekt zu bestätigen, wünschen sich die Forschenden nun eine Studie mit einer größeren Anzahl an Probanden. Bis es nähere Erkenntnisse gibt, spricht für Abnehmwillige aber nichts dagegen, die resistente Stärke einmal auszutesten – etwa in dem sie öfters einmal zu älteren Kartoffeln greifen. Die in der Studie verwendeten 40 Gramm resistente Stärke lassen sich durch die normale Ernährung allerdings kaum erreichen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt



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