Pflanzenkost schützt vor Diabetes


Effekt vor allem bei Normalgewicht
Pflanzenkost schützt vor Diabetes

Vegetarier haben ein geringeres Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das gilt jedoch vor allem für Fleischvermeider, die ein vernünftiges Gewicht halten und sich den Bauch nicht mit Reis und Nudeln vollstopfen.

Aufnahme von Zucker verlangsamt

Pflanzliche Kost ist reich an Ballaststoffen, und Ballaststoffe verlangsamen im Darm die Aufnahme von Zucker. Das wiederum soll sich positiv auf die Insulinempfindlichkeit auswirken und die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes verhindern. Ob diese Vermutung stimmt, haben jetzt amerikanische Forscher durch Analyse von 9 Studien an über 300 000 Erwachsenen untersucht.

Risiko deutlich gesenkt

In der Tat ging die pflanzenbasierte vegetarische Kost in allen 9 Studien mit einem selteneren Auftreten des Typ-2-Diabetes einher, bei 7 Studien war das Ergebnis signifikant. Vegetarier haben demnach ein 47% geringeres Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken als Menschen, die sich mit einer Mischkost ernähren, rechnen die Forscher vor. In 5 Studien ließ sich sogar ein Dosis-Wirkungs-Verhältnis nachweisen: Je höher der pflanzliche Anteil war, desto seltener erkrankten die Teilnehmer an Diabetes.

Liegt´s am Gewicht?

Ein großer Teil der Schutzwirkung hängt allerdings mit dem Gewicht zusammen. So wurde schon in anderen Studien nachgewiesen, dass Übergewicht die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes stark beeinflusst. Deshalb haben die Forscher bei ihrer Analyse zusätzlich die Body-Mass-Angaben der Teilnehmer analysiert. Doch auch Übergewichtige scheinen von der Schutzwirkung durch die pflanzliche Kost zu profitieren: Das Risiko, an einem Diabetes zu erkranken, war bei Analyse dieser 9 Studien unabhängig vom Gewicht immerhin noch um 23% reduziert.

Fleischverzicht schützt nicht automatisch

Vegetarier haben somit ein geringeres Diabetes-Risiko – der Effekt ist aber vor allem bei Normalgewichtigen besonders groß. Wer seinen Bauch statt mit Fleisch mit Reis und Nudeln füllt, entwickelt leicht einen „Rice-Belly“ (Reisbauch) und reduziert die pflanzliche Schutzwirkung. Negativbeispiel ist Indien: In diesem Land mit der weltweit höchsten Vegetarier-Rate wuchs mit dem Wirtschaftsaufschwung auch der Bauchumfang. Und der soll dafür verantwortlich sein, dass inzwischen auch in Indien der Typ-2-Diabetes grassiert.

Quelle: Ärzteblatt

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